Das Fräsen

Das Kaltfräsen ist ein Schneidprozess, bei dem Baustoffe schichtweise abgetragen und granuliert werden. Dieses Verfahren ist sehr umweltfreundlich, weil das abgetragene Material zu 100 % wieder verwendet werden kann.

Herz jeder Kaltfräse ist eine Fräswalze, bestückt mit Rundschaftmeißeln. Während die Maschine vorwärts fährt, rotiert die Fräswalze und granuliert mit den Meißeln den Fahrbahnbelag. Die Fräswalze rotiert im Gegenlauf, das heißt der Fahrbahnbelag wird von unten nach oben abgetragen. Auswerfer auf der Fräswalze unterstützen die Übergabe des Fräsgutes auf das Ladesystem. Die Fräswalze wird während des Fräsprozesses mit Wasser besprüht. Dadurch werden die Meißel gekühlt.

Die Fräswalze arbeitet in einem komplett geschlossenen Gehäuse. Für einzelne Anwendungen können jedoch die Seitenschilder und das Abstreifschild hinter der Fräswalze über Hydraulikzylinder angehoben werden. Einzige Öffnung des Fräskastens ist die Materialübergabe zum Verladesystem.

Beim Abtragen von Fahrbahnschichten im Straßenbau ist es entscheidend, dass die Maschinen den Belag exakt in der vorgegebenen Höhe abtragen. Genau das ist die Aufgabe des Nivelliersystems in den Kaltfräsen: Es sorgt für die Einhaltung der Frästiefe. Das Nivelliersystem gleicht ständig die aktuelle Frästiefe mit der voreingestellten Sollgröße ab. Die tatsächliche Frästiefe wird gemessen, indem optische oder mechanische Sensoren eine Referenzfläche abtasten.

Bei den meisten Anwendungen wird das Fräsgranulat aus dem Fräsraum über ein- oder zweiteilige Förderbänder auf Lkw verladen. Es gibt auch die Möglichkeit der Teilverladung. Dann bleibt ein Teil des Fräsgutes im Graben liegen.

Bei Kleinfräsen bis 1 m Arbeitsbreite befindet sich das Abwurfband am Heck der Maschine. Das Band ist schwenkbar und in der Höhe verstellbar. Damit kann der Fräsenfahrer flexibel auf die Baustellensituation eingehen und die Lkw oder Radlader vollständig beladen.

Alle größeren Kaltfräsen sind Frontlader und verfügen über ein zweiteiliges Transportsystem. Das erste Band (Aufnahmeband) übernimmt das Fräsgranulat aus dem Fräsraum. Das zweite Band (Abwurfband) fördert es kontinuierlich zum Lkw. Das Abwurfband ist schwenkbar und in der Höhe verstellbar. Mit Hilfe der variablen Bandgeschwindigkeit kann der Fräsenfahrer die Abwurfparabel verändern und die Lkw vollständig beladen.

Die Vorteile der Frästechnologie

Präzision
Kaltfräsen tragen nahezu beliebige Materialien schichtweise und präzise mit der vorgegebenen Dicke ab. Dabei wird das Material granuliert.

Hochwertiger Rohstoff
Das Fräsgut, das beim Abtragen mit Kaltfräsen entsteht, ist ein hochwertiger Rohstoff, der zur Herstellung von neuem Asphaltmischgut in Heiß- oder Kaltmischanlagen verwendet wird. Kaltfräsen haben deshalb eine Schlüsselfunktion beim wirtschaftlichen Recycling von Straßenbaustoffen.
Das Fräsgut eignet sich außerdem bestens zur Wiederverwendung im Kanalbau, denn es lässt sich hervorragend verdichten und weist eine gute Tragfähigkeit auf. In diesem Fall verbleibt das Fräsgut an Ort und Stelle. Dadurch entfallen Kosten für Neumaterialien und deren Transport zur Baustelle.

Kurze Bauzeiten
Kaltfräsen können auf eng abgesteckten Baustellen arbeiten, während der Verkehr parallel dazu weiterläuft. Sie verursachen nur eine minimale Verkehrsbehinderung. Sofort nach dem Fräsen kann ein neuer Fahrbahnbelag eingebaut werden. Dieses Verfahren nennt man auch "Mill and Fill". Es führt zu kurzen Bauzeiten und trägt zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei.

Wirtschaftlichkeit
Eine Sonderform des Kaltfräsens ist die Oberflächenbehandlung, auch als Feinfräsen bekannt. Mit diesem höchst effizienten Verfahren können aus unebenen oder rutschigen Fahrbahnbelägen wieder griffige, ebene Straßen entstehen. Ebenso kann die Fahrbahn aufgeraut werden als Vorbereitung zum Einbau eines Dünnschichtbelages. Dadurch ergibt sich eine optimale Verzahnung mit dem Fahrbahnbelag.
In einem einzigen Übergang, bei dem oft nur wenige Millimeter abgetragen werden, verleihen die Kaltfräsen der Fahrbahnoberfläche die gewünschten Eigenschaften. Sofort danach kann die Fahrbahn an den Verkehr übergeben werden. Wirtschaftlicher geht‘s nicht!
Diese Verfahren finden meistens Anwendung auf Fahrbahndecken und Flughäfen, können aber auch auf anderen Verkehrsflächen oder Hallenböden äußerst wirtschaftlich angewendet werden.


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